Entlassung von Martin Gauss, Revolution in der Führungsspitze von airBaltic nach 14 Jahren. Schuld an zu viel Wet-Leasing?
Große Veränderungen bei airBaltic: Martin Gauss ist nicht mehr CEO des Unternehmens. Nach mehr als einem Jahrzehnt an der Spitze [...]

Größere Veränderungen zu Hause airBaltic: Martin Gauß ist nicht mehr CEO des Unternehmens. Nach mehr als einem Jahrzehnt an der Spitze der lettischen Fluggesellschaft wurde der deutsche Manager am 7. April 2025 von seinen Aufgaben entbunden, nachdem die Hauptversammlung dies beschlossen und der Aufsichtsrat es offiziell gemacht hatte. Kein direktes Statement, keine spektakuläre Ankündigung: nur ein nüchternes Kommuniqué, hinter dem sich jedoch ein Schritt verbirgt, der in der europäischen Luftfahrtlandschaft alles andere als unbedeutend ist.
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Die Nachricht machte in der Branche schnell die Runde, denn Gauß war nicht einfach nur ein CEO. Er war seit 2011 das Gesicht und die Seele des Relaunches von airBaltic. Er war es, der das Unternehmen durch eine sehr heikle Phase führte und es zu einem erfolgreichen Beispiel im baltischen und europäischen Kontext machte. Die Arbeit des Unternehmens umfasste eine vollständige Umstrukturierung, die Erneuerung der Flotte mit der Einführung von Airbus A220-300, die Umwandlung in eine hybride Low-Cost- und Netzwerk-Fluggesellschaft und vor kurzem den Beginn des Weges zur Börsennotierung.
Seinen Platz wird vorübergehend einnehmen Pauls Cālītisder derzeitige Chief Operations Officer, der nun die Rolle des Interims-CEO. Cālītis ist ein langjähriger Mitarbeiter von airBaltic und arbeitet seit 1995 für das Unternehmen, wo er als Pilot begann, bevor er ins Topmanagement aufstieg. Vitolds Jakovļevs, Chief Financial Officer und Mitglied des Verwaltungsrats, bleibt ebenfalls bei ihm.

Trotz des Umbruchs an der Spitze beruhigt das Unternehmen an allen Fronten: Der tägliche Betrieb, die Passagierdienste und die strategischen Pläne bleiben unverändert. Laut der neuen Führungsspitze liegt die Priorität auf der Gewährleistung von Kontinuität, Stabilität und Wachstum. Das oberste Ziel? Weiter auf den lang erwarteten Börsengang hinzuarbeiten, der das Gesicht des lettischen Unternehmens endgültig verändern könnte.
Man hat jedoch das Gefühl, dass dieser Wechsel nicht nur administrativer Natur ist. Nach der Ankündigung fragten sich viele Beobachter, ob hinter dem Ausstieg von Gauß Unstimmigkeiten über die Zukunft der Fluggesellschaft steckten, insbesondere jetzt, da die Lufthansa hat eine Minderheitsbeteiligung formalisiertDer Abschluss der Transaktion wird bis Mitte 2025 erwartet. In Lettland hat man die Double-Wetlease-Strategie möglicherweise noch nicht verdaut, mit modernen Flugzeugen, die an die LH-Gruppe vermietet werden, und mit Scassoplanes, die nach Riga fliegen.
Heute airBaltic ist eine expandierende Fluggesellschaft mit einem Netz von fast 130 Strecken ab Riga, Tallinn, Vilnius, Tampere und in der Hochsaison auch ab Gran Canaria. Die Fluggesellschaft verbindet die baltischen Staaten mit über 70 Zielen in Europa, dem Nahen Osten, Nordafrika und dem Kaukasus und hat sich vor kurzem als erstes europäisches Unternehmen durch das Angebot des Kostenloses Hochgeschwindigkeits-WLAN dank der Starlink-Technologie von SpaceX.
An internationalen Anerkennungen mangelt es nicht, darunter die Skytrax- und APEX-Auszeichnungen für Servicequalität und Sicherheit sowie die jüngste Aufnahme in die Liste der 50 sichersten Fluggesellschaften der Welt von Airline Ratings. Aber heute ist die Nachricht eine andere: Martin Gauß ist raus aus airBalticund die Zukunft des lettischen Luftfahrtunternehmens - die bis gestern klar vorgezeichnet schien - öffnet sich nun für neue Szenarien.
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